„Er hat ihn wiedergeſehen, weil er Eurer armen Mutter Nachricht von dem General brachte..“
„Wann war das? Wir haben nie etwas davon gehoͤrt.“
„Erinnert Ihr Euch, daß Ihr an dem Mor⸗ gen, als Euere Mutter ſtarb, mit der alten Fedora in den Wald gegangen waret?“
„Ja,“ antwortete Roſa betruͤbt.„Wir wollten Haidebluͤmchen holen, welche unſere Mutter ſo ſehr liebte.“
„Arme Mutter! Sie befand ſich ſo wohl, daß wir das Ungluͤck nicht ahnen konnten, das uns Abends betreffen ſollte,“ fugte Bianca hinzu.
„Freilich, Kinder. Ich ſelbſt ſang an dieſem Vormittag bei der Arbeit im Garten, denn ich hatte eben ſo wenig Urſache, traurig zu ſein, als Ihr. Während ich ſo arbeitete und ſang, hoͤrte ich plötz⸗
lich mich eine Stimme fragen:„iſt dies das Dorf Milosk?“ Ich drehete mich um und ſah einen Fremden vor mir ſtehen. Statt ihm zu antworten, ſah ich ihn ſtier an und prallte erſtaunt ein Paar Schritte zuruͤck.“
„Warum?“
„Er war hochgewachſen, ſehr blaß und hatte eine hohe freie Stirn. Seine beiden Augenbrauen bildeten nur eine einzige und ſahen aus wie ein ſchwarzer Streif uͤber der Stirn hin.“
„Es war alſo der Mann, der zweimal unſerm Vater in der Schlacht erſchienen war?“


