„Judas! Ruhe!“ rief der Prophet in drohen⸗ dem Tone, während er das Geſicht nach der Fall⸗ thuͤre hinwendete.
Ein andres dumpfes Knurren, das aber ſo furcht⸗ bar war wie ferner Donner, ließ ſich geich vernehmen.
„Kain! Halt' Ruhe!“ ſchrie Morok inbem er aufſtand.
Ploͤtzlich erſchallt ein unbeſchreiblich wildes Bruͤllen.
„Tod! wirſt du Ruhe halten?“ ſchrie der Pro⸗ phet einem dritten unſichtbaren Thiere zu, das den ſchauerlichen Namen„der Tod“ fuͤhrte und er ging raſch nach der Fallthuͤre hin.
Trotz der gewoͤhnlichen Herrſchergewalt ſeiner Stimme und trotz wiederholten Drohungen konnte der Thierbaͤndiger jetzt die Ruhe nicht herſtellen; mit dem Bruͤllen der reißenden Thiere verband ſich im Gegentheil bald das Bellen mehrerer Doggen.
Morok griff nach einer Lanze, trat an die Lei⸗ ter und wollte hinunter ſteigen, als er Jemanden heraufkommen ſah.
Der Neuankommende hatte ein braunes ſonnen⸗ verbranntes Geſicht und trug einen grauen runden Hut mit breiten Kraͤmpen, eine kurze Jacke und weite Beinkleiber von gruͤnem Tuche. Seine be⸗ ſtaubten Ledergamaſchen zeugten von einem langen Marſche. Auf dem Ruͤcken trug er ein Ränzchen. „Pol' der Teufel die Beſtien!“ ſprach er deutſch,


