Teil eines Werkes 
172. Theil, Der ewige Jude : 1. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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ſeinen vorſtehenden Backenknochen beginnt ein lan⸗ ger blonder, faſt weißer Bart.

Einen ganz eigenthuͤmlichen Ausdruck erhaͤlt das Geſicht dieſes Mannes durch die weit offenſte⸗ henden, hoch hinaufgezogenen Augenlider, welche fortwaͤhrend einen weißen Reifen um den fahlen Stern des Auges ſehen laſſen. Dieſes ungewoͤhn⸗ liche ſtiere Auge uͤbt einen wahren Zauber auf die Thiere aus, was indeß den Propheten nicht hin⸗ dert, bei der Bändigung derſelben auch die ſchreck⸗ lichen Werkzeuge zu gebrauchen, die um ihn her liegen.

Er ſitzt an einem Tiſche und hat den doppelten Boden eines Käſtchens geoͤffnet, in welchem ſich Roſenkraͤnze und andre aͤhnliche Spielſaͤchelchen fuͤr fromme große Kinder befinden. Unter jenem mit einem geheimen Schloß befeſtigten Doppelboden lie⸗ gen mehrere verſiegelte Packete, auf denen ſtatt einer Adreſſe nur eine Zahl und ein Buchſtabe ſtehen. Der Prophet nimmt eines dieſer Packete, ſteckt es in die Taſche ſeines Rockes, verſchließt darauf den Doppelboden wieder und ſtellt das Kaͤſtchen auf ein Bret.

Dies geſchieht um vier Uhr Nachmittags in dem Gaſthofe zum weißen Falken, dem einzigen Wirths⸗ hauſe in dem Dorfe Möckern, das nahe bei Leipzig und noͤrblich von dieſem liegt. 3

Nach einigen Augenblicken erbebte der Boden durch ein heiſeres Gebrull unten.