Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
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Mutter anzurufen, die einzige Religion, den einzi⸗ gen Glauben, von dem er Schutz zu fordern wagte, fordern mochte.

Wenn Khamco, ſeine Mutter, ihn ſo ſehr liebte, ſo kam es daher, weil ihr muͤtterlicher Inſtinkt ihr ohne Zweifel enthuͤllt hatte, daß einſt ein Tag kom⸗ men wuͤrde, ein furchterlicher Tag, an dem ſie zu ihrem Sohne ſprechen muͤßte: Raͤche mich! und daß dieſer Sohn bis zum Ende ſeines Lebens un⸗ ablaͤſſig alle Anſtrengungen ſeiner Macht, alle Ver⸗ ſchlagenheit ſeiner nichtswuͤrdigen und blutigen Po⸗ litik, die ganze grauſame Energie ſeines ungezuͤgel⸗ ten Willens aufbieten wuͤrde, an den Feinden ſei⸗ ner Mutter eine Rache zu nehmen, die noch tau⸗ ſendmal furchterlicher waͤre als ihre Beleidigung!

Wenn Emineh, Zobeide und Vaſiliki ſo ſchoͤn, ſo keuſch und ſo leidenſchaftlich Ali bis zum Wahn⸗ ſinn liebten, wenn durch das geheimnißvolle und fuͤrchterliche Verhängniß, welches uͤber dem Leben dieſes Menſchen zu ſchweben ſcheint, dieſe drei Gattinnen, die ſo herrlich begabt waren, ein ge⸗ waltſames und unerwartetes Ende nahmen;— ſo bewies die entſetzliche Reue, die ſie fuͤr immer in dem verzweifelnden Herzen Ali's uͤberlebte, wie ſehr dieſe edlen Frauen geliebt wurden, und welche glänzende Perle heiliger und religioſer Zärtlichkeit die Natur zuweilen in unbegreiflichem Contraſt in den Grund der ſchwaͤrzeſten und verderbteſten See⸗

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