Khameo war damals vier und breißig Jahr alt, Ali ſechzehn und ſeine Schweſter Chainitza funfzehn.
Die männliche und ſtrenge Schoͤnheit ihrer Mutter Khamco, der braunen Tochter des Bey von Conitza, war durch die Geſaͤnge der Albaneſen oft gefeiert worden. Ihr Wuchs war vollendet, ihre Bewegungen voll ernſter, imponirender Anmuth, ſelbſt wenn der Gebrauch ſie zwang, die Pyrthica, jenen kriegeriſchen und leidenſchaftlichen Tanz des alten Epirus, mit irgend einem jungen Anatolen aus dem Phares ihres Vaters zu tanzen.
Stolz und hochmuͤthig, beſonders ſeitdem ſie zweimal Mutter geweſen war, verachtete Khamco ihre Nebenbuhlerinnen des Serails und zeigte ſich ſo gebieteriſch und ſo geringſchaͤtzend gegen Vely Bey, daß dieſer ſich allmaͤlig von ihr losmachte und ſie in einen abgelegenen Theil des Schloſſes von Debelen verbannte.
Einſam und verlaſſen lebte Khamco dort bis zum Tode des Bey, unablaͤſſig beſchaͤftigt mit ihren beiden Kindern, die ſie mit einer Leidenſchaft und Eiferſucht liebte, welche an Grauſamkeit grenzten.
Es war eine ſchweigſame, finſtere, in ſich ver⸗ ſchloſſene Frau, die, wie man ſagte, nie gelacht hatte. 5
Wenn ihre Kinder ſpielten oder ſchliefen, brachte ſie träͤumeriſch lange Stunden ſcheinbar in Unthä⸗ tigkeit zu, ihre großen ſchwarzen, von einem brau⸗
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