Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
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Der Bektadji trug einen langen ſchwarzen Man⸗ tel und einen Turban von rothem Filz und von auffallender Form; ſein Geſicht war knochig und mager, ſein Bart roth, ſeine Geſichtsfarbe bleich, ſeine Augen meergruͤn. Der Gegenſtand ſeiner Sendung mußte wichtig ſein, denn bei jedem neuen Hinderniſſe des Weges fluͤſterte er mit dumpfem Kehltone:Es wird zu ſpät es wird zu ſpät!

Endlich wurde der Weg minder ſchlecht, min⸗ der ſteil; die Gueguen beſtiegen ihre Pferde wie⸗ der, und der kleine Haufe, begleitet von den Ne⸗ gern, welche die Fackeln trugen und ihm laufend folgten, gelangte bald zu einem Orte, wo das De⸗ filé ſich erweiternd eine Art von Fläche bildete,

auf der das Tchiftlik oder Dorf des Grucha lag.

Bei dem Scheine der Fackeln ſah man rings um die kleine Ebene her und gegen die ſteilen Fel⸗ ſen gelehnt einige erbaͤrmliche Huͤtten, von Steinen und Lehm aufgefuͤhrt, mit Schindein gedeckt und mehrere Fuß uͤber dem Boden erhaben. Dichte Rauchwolken und ein roͤthlicher Schein, welche aus dem einzigen und engen Fenſter einer jeden dieſer Hutten drangen, bewieſen, daß das ärmliche Dorf bewohnt ſei. Die ungluͤckſelige Bevölkerung, welche auf Befehl Ali's in dieſe entſetzliche Einſam⸗ keit verpflanzt worden war, beſtand, wie erwaͤhnt, aus den Truͤmmern der Bevoͤlkerung von Gladiſta, eines Dorfes von Chaonien, welches durch die Waffen des Paſchas verheert worden war.