„Schon gut, Doctor,—“ ſagte Heinrich un⸗ geduldig und beſtieg die Schaluppe.
Frank und der Doctor begaben ſich hierauf nach Kergouöt's Zimmer. Der wuͤrdige Meiſter, obgleich in einem Bette ſitzend, war, ſeiner Ge⸗ wohnheit nach, ſorgfaͤltig gepudert, und der Loſophe war ſo eben mit dem Raſiren fertig. Am Fuße des Bettes ſtand Daniel, welcher eine Flaſche und ein Glas in der Hand hielt und ſich eben an⸗ ſchickte, dem Meiſter zu trinken einzugießen.
„Zum Teufel aber auch!... Dein Raſirmeſ⸗ ſer kratzt und beißt ordentlich,. Loſophe,“ ſagte der buͤrgerliche Kanonier, indem er vorſichtig mit der Hand uͤber den Backen fuhr, denn die Haut war, nach den Abweichungen des ſchartigen Meſ⸗ ſers des Loſophen, hier und da verletzt.—
„Was das anbelangt, ſo kann es wohl ſein, daß mein Raſirmeſſer beißt, Meiſter, denn an Zah⸗ nen fehlt es ihm eben nichtz. Gott ſei Dank, .. es iſt eine wahre Saͤge; auch habe ich ihm den Beinamen Schinder gegeben.“
„Ei, das iſt ſehr angenehm fuͤr Deine Kun⸗ den, Du erzdummer Kerl!“.. rief der Kano⸗ nier wuͤthend; aber da er eben Gédeon erblickte, ſagte er:„Ach! Sie ſind es, Herr Doctor! Es freut mich, Sie zu ſehen, und ich habe die Ehre, Ihnen meinen unterthaͤnigſten Reſpekt darzubrin⸗ gen,—“ dabei verneigte er ſich ſehr hoͤflich„.


