Aber auf der See! auf der See!. Welch ein Unterſchied! Welch imponirendes Schau⸗ ſpiel bietet der einſame, blutduͤrſtige Kampf von zwei Schiffen dar, dieſen Atomen im Verhaͤltniß zu dem unermeßlichen Raume, welche uͤber grund⸗ loſen Tiefen auf Leben und Tod gegen einander wuͤthen.
Eine Beſchreibung ſolch eines Gemaͤldes zu geben, hieße deſſen Wirkung vernichten. Man muß ihn ſelbſt beobachtet haben, von der Höhe eines Berges, aus einem Luftſchiff herab, den Kampf der beiden feindlichen Fregatten, um uͤber denſelben urtheilen zu koͤnnen.
Seht, wie er ſo leer iſt, ringsum, der Horizont — er liegt in tiefſter Einſamkeit begraben; der Himmel iſt rein und heiter, das Meer herrlich, denn die ſchaͤumende Spitze jeder kleinen gruͤnen Woge ſcheint von der Sonne verſilbert zu ſein. Der Wind iſt friſch genug, um die hellſchimmern⸗ den Segel der Fregatten ſanft zu ſchwellen, ohne
den Schiffen ein zu großes Hinneigen nach der
einen oder der andern Seite zu verurſachen.
Der ſchoͤne goldene Kiel, welchen ihr dort un⸗ ten unter den wellenförmigen Falten einer weißen Flagge erblickt, das iſt die Sylphide.
Jenes ganz ſchwarze, gravitätiſche und duͤſtere Schiff dagegen, das ſo ernſt die breite rothe Flagge mit vier blauen Feldern trägt, iſt der Lively.


