Als er eintrat, warf er ſeinen Treſſenhut auf einen Stuhl, ſchnallte ſein Wehrgehänge los, legte den Degen ab, trat dann zu ſeiner Mutter hin und gruͤßte ſie barſch:„Guten Morgen, Mutter!“
„Guten Morgen, Jean,“ entgegnete die Wittwe, und in der einen Hand ihr Buch, in der andern ihre Brille haltend, ſchien ſie über das lange Still⸗ ſchweigen, das ihr Sohn ſo eben gebrochen hatte, bekuͤmmert zu ſein.
„Guten Morgen, Jean,“ erwiederte ſie,„aber was haſt Du denn noch? An Deinen Augen⸗ brauen ſehe ich es, daß Du noch Grillen haſt.“
„Ja, ich habe welche, und das mit allem Rechte.“
„Ach, mein lieber Sohn,“ ſprach die Wittwe, und ſchuͤttelte mit dem Ausdruck der Traurigkeit den Kopf,„mein lieber Sohn, Du wirſt ſtets der⸗ ſelbe bleiben, nie zufrieden mit dem Looſe, das Dir der liebe Gott beſchieden hat.“
„Ach, geht mir mit Euerm lieben Gott Wenn es ja einen giebt, ſo kuͤmmert ſich dieſer liebe Gott weder um mich, noch um Euch.“
„Schweig, Jean, ſchweig!“ ſprach die Wittwe und erhob ihre Hand mit gebieteriſcher Miene,— „hoͤre auf, ſo zu läſtern, Du, den Gott mit ſeinen Gaben ſo uberhaͤuft hat, der Du durch ſeine Gnade an eine, fuͤr Leute unſeres Standes ſo unverhoffte Stelle gekommen biſt. Vergiß das nicht, Jean, und danke Gott.“
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