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„Sich ſchlagen, Bruder! Ach, mein Gott, wenn er fallen ſollte!“
In dieſem unwillkurlichen Ausrufe des ſanften Sulpizius lag aber zugleich der Keim zu dem blut⸗ gierigen Gedanken: Und wenn er fiele, ſo bliebe mein Bruder mir, und konnte nicht in die Gefah⸗
ren gerathen, die ihn vielleicht ſpäterhin treffen
möchten.
Da rief Rumphius unaufhoörlich vor ſich hin: „Verwundet, ja, das koͤnnte wohl ſein; denn der Baron war wuͤthend.“
„Warum denn dies, mein Bruder?“ fragte Sulpizius. 6
„Ach, aus Urſachen, die Du nicht wiſſen darfſt,“ erwiederte Rumphius mit einem geheimnißvollen Stolze, wie ihn ein Kind von funfzehn Jahren annimmt, wenn es einem zwoͤlfjährigen neugieri⸗ gen auf eine unbeſcheidene Frage uͤber das ſchoͤne Geſchlecht antwortet.
Zwei Tage darauf kamen die beiden Bruͤder ſammt ihrem wenigen Gepäcke in Breſt an, und das kleine Haus zu St. Rénan blieb der Obhut einer Matrone uͤberlaſſen.
Wohl weinte Sulpizius im Geheimen einige
Thränen, erpreßt von der Erinnerung an jene Tage,
die er in dieſer ſtillen Stätte verlebt hatte. Aber ſeinem Bruder verſchwieg er ſeinen Harm und zwang ſich, wider Gewohnheit, heiter zu erſcheinen.
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