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nen.— Bald ſechs Monate ſind's, ſeit ſie meine Liebe billigt, und noch habe ich kein anderes Zei⸗ chen von Gegenliebe als ihre Briefe. Was ſage ich? Keinen andern Beweis! O, ich Ungluͤcklicher! Ha! und iſt es nicht genug, mein Gott, die aus⸗ richtige Zuneigung dieſes hehren und goͤttlichen Weibes zu beſitzen? Keinen andern Beweis— und welchen koͤnnte ich noch wuͤnſchen? Ha! ich Ver⸗ ruchter, ſollte ich wuͤnſchen, ſie zu entehren, ſie in ihren Augen zu erniedrigen, ihr vor den Blicken ihres Gemahls eine bange Schamroͤthe abzwin⸗ gen, ſie ſchrecklichen Gewiſſensbiſſen preisgeben; und warum?— Weil ich mir das Recht genom⸗ men haͤtte, das ein thieriſcher Beſitz uns bietet, waͤhrend ich jetzt ſchuldlos des hoͤchſten Genuſſes mich erfreue, und mir ſagen kann: ſie iſt rein, ſie iſt tugendhaft, ſie iſt wuͤrdig ihres Gemahls und meiner. Solche Liebe, die uns umſchlingt, iſt frei von dem Urtheil dieſer Welt; denn ſie iſt nicht von dieſer Welt; iſt eine keuſche Liebe, eine edle und erhabene Liebe, die nicht das ſtolze Laͤcheln der Tugend verſcheucht, weil man ihr die niedrigen und erbaͤrmlichen Luͤſte der Sinne geopfert hat. O Liebe!“—
Ungluͤcklicherweiſe ward dieſer ruͤhrende Mono⸗ log durch das Rollen eines Poſtwagens, der vor der Thuͤr des Hauſes anhielt, und durch den her⸗ einſtuͤrzenden Diener des Herrn von St. Cyr un⸗ terbrochen, der blaß, wie der Tod, ihm kaum ſchnell


