Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Da ſaß in engem Gewahrſam die Herzogin von Almeda.

Durch die finſtre, regneriſche Nacht wurden die Umgebungen dieſer traurigen Statte zur furch⸗ terlichen Einoͤde.

Ein enges und krummes Gäͤßchen lief laͤngs der Mauer hin, die einen der aͤußern Vorhoͤfe die⸗ ſes Gefaͤngniſſes einſchloß.

In jenem Gäßchen lauerte, tief in einen Man⸗ tel gehuͤllt, ein Menſch, wie es ſchien, auf irgend ein Zeichen; denn alle Augenblicke dehnte er den Hals, blickte ſtarr nach der Hoͤhe der Mauer, und lauſchte auf das geringſte Geraͤuſch.

Nach einer Viertelſtunde fiel ein Stein, an welchen ein langes Seil gebunden war, zu den Fuͤßen des Mannes im Mantel nieder, der alsbald ſeine Kappe abwarf, den Stein aufhob und das Seil leicht ſchuttelte, das man ohne Zweifel jenſeit der Mauer feſthielt; denn ein gleiches Schötteln erwiederte das Zeichen. Da befeſtigte Perez, denn dieſer war es, eiligſt an das Seil ein an⸗ deres voller Knoten, in welchen kleine Eiſenklam⸗ mern eingeknuͤpft waren, gab das Zeichen von Neuem, und das Seil glitt uͤber die Mauer hin.

In demſelben Augenblicke ſchienen Regen und Wind ihre Wuth zu verdoppeln, das Waſſer ſtuͤrzte in Stroͤmen nieder, deren Silberglanz mitten im Dunkel der Nacht ein bemerkbarer Reif zu ſein ſchien. Der Orkan heulte gewaltig, und knickte

Die Seewarte v. Koat⸗Vén. 1. 18