Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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„Wie?“ „In der That, ſie waͤhrt ſchon, ſeit ich Sie ſah, ſeit mein Herz fuͤr Sie ſchlug. Denn augen⸗ blicklich, wenn die Erinnerung an Sie mich ent⸗

zuckt, wenn ich, allein mit meinen Gedanken, mit

Ihnen rede, Sie anbete— glauben Sie wohl, daß ich dann:„gnädige Frau“ ſage? Nein, dann ſpreche ich: Caͤcilie; Cäciliel Cäcilie, glauben Sie einer innigen und wahren Liebe und beurtheilen Sie dieſelbe nicht nach den ſchwachen Beweiſen,

die ich Ihnen gegeben. Ohne Hoffnung, eines

Blicks von Ihnen gewuͤrdigt zu werden, wagte ich

mein Leben fuͤr Sie. Doch das war Kleinigkeit!

Fuͤr Ihre Liebe wuͤrde ich ſo gern mehr als mein Leben, meine Freuden, meine Leidenſchaften, meine Hoffnungen opfern; aber ach, ich liebe Dich ſo ſehr, ich liebe Dich ſo ſehr, daß es ein Gluͤck fuͤr mich ſein wuͤrde, Deinen kleinſten Launen zu ge⸗ horchen; ich liebe Dich ſo ſehr, Caͤcilie, daß ich von Dir eine Gelegenheit mir erflehen wurde, Dir mein Alles zu opfern!“

„Herr Graf!“ rief ernſt Cacilie und entwand Heinrich's Haͤnden die ihrige.

„Ja, ſo ſpreche ich zu mir, wenn ich nicht bei Dir bin, Caͤcille. Warum wehren Sie mir es,

dies hier vor Ihnen offen zu denken? Ha, wenn Sie wuͤßten, wie ſehr Ihre Kälte mich kraͤnkte, wie tief Ihr veraͤchtlicher Blick mich traf, als Sie mich, der ich mich ſchon gluͤcklich wähnte, um einen