Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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öffnen, Nahrung gefunden; weil dieſe Einbildungs⸗ kraft das, was man ihr gegen die vernichtete Glaͤu⸗ bigkeit ausgetauſcht, ſehr ſchnell erſchoͤpft hatte, fand ſie ſich dahin gebracht, von ihrem eigenen Feuer zu zehren.

Weil Rita bisher dem Einfluſſe irdiſcher Lei⸗ denſchaften entgangen, war ſie beſſer daranz allein jetzt vermochte ſie, die von einer ſolchen Hoͤhe Perabgeſturzte, die Bewegungen der Freude und der Angſt, wenn ihr glühendes Herz noch dazu em⸗ porſtreben wollte, nur in der Liebe aufzuſuchen; denn in dieſer giebt es ja noch einen Glauben und eine Religion! Und fuͤr Rita zumal mußte es ſo ſein; für Rita, die, einmal liebend, mit Selbſtſucht, mit Wahn⸗ ſinn, mit nicht zu beſaͤnftigender und wilder Eiferſucht

geliebt haͤtte, fur Rita, die ihrer Liebe geopfert haͤtte, was ſie dem Himmel hatte opfern wollen, Wuͤrde, Glucksguͤter, Vaterland. Allein nicht alſo liebte man damals in Frankreich; auch empfing Rita, die Keinen fand, der ihr einer ſolchen Leiden⸗ ſchaft, wie ſie deren faͤhig war, wuͤrdig erſchien, ob⸗ gleich ſie von Huldigungen umringt war, mit Ver⸗ achtung und Geringſchaͤtzung die ihr gewidmeten Aufmerkſamkeiten; blieb mitten in der Sittenver⸗ derbtheit rein und lebte einig mit dem Herzog von Almeda bis zu dem Augenblicke, wo ein unvermu⸗ theter Tod den Gemahl abrief, und Rita der Frei⸗ heit wiedergegeben wurde. Rita bedauerte des Her⸗ zogs Verluſt nicht ſehr, doch mußte ſie, der Schick⸗