—
ein wohlverdientes Ende auf irgend einem Blutgerüſte prophezeiten, ſagten Sie mir:
„Ich geſtehe gleich Ihnen, daß die Menſchheit faſt „immer dem, der ſie ſtudirt, ein abſcheuliches und ab⸗ „ſtoßendes Schauſpiel bietet; aber wozu ſolche Bilder „aufſtellen! Die Kunſt und die Poeſie haben hienieden „auch eine heilige und tröſtliche Sendung zu erfüllen: „einen glänzenden und phantaſtiſchen Schleier über jede „verzweiflungsvolle Wirklichkeit zu werfen.
„Denn die Natur ſelbſt ſcheint die ärgerlichen Gegen⸗ „ſtände verhüllen zu wollen. Auf einem Grabe läßt ſie „den Raſen wachſenz über einem Leichnam Blu⸗ „men———!
„Nein, nein, die Wahrheit, die Sie zeigen, iſt zu „enttäuſchend, iſt zu unbarmherzig. Wozu nützt es, ſo „alle Illuſionen zu zerſtören, und welchen Zweck können „Sie dabei haben, mit ſolcher grauſamen Ausdauer bei „Ihrem Werke zu verharren?“
Jetzt, da falſch oder wahr meine Idee vollſtändig iſt, kann ich Ihnen ſagen, mein Freund, welchen Zweck ich mir vorſetzte, denn ich glaube ihn erreicht zu haben.
Ich wollte die liberale, philoſophiſche und Fortſchritts⸗ Parthei dahin bringen, durch das Organ einiger ihrer achtungswertheſten und ausgezeichnetſten Schriftſteller zu erkennen: ²
Daß es für den Menſchen auf Erden kein Glück giebt, wenn man ihm jede Illuſion raubt.
Ich wollte den ſonderbaren und bedeutungsvollen Widerſpruch eines Jahrhunderts aufdecken, welches den
6


