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werthen Monomanie der blinden Ergebenheit zu erheben vermag, welche, auf die Religion angewen⸗ det, Märtyrer und Heilige ſchafft.
Der gemeine Haufe will ſtets, daß die Liebe, welche man empfindet, der gleich ſei, welche man einfloßt.
Das iſt ein grober Irrthum.
Die leidenſchaftlich geliebten Menſchen, welche wenig oder gar nicht wieder lieben, ſind häufig zu entſchuldigen, denn faſt immer ſind ſie unſchul⸗ dig an dem cxaltirten Gefuͤhle, welches ſie einflo⸗ ßen. Wenn die Liebe wie der Glaube zur firen Idee wird, ſteigert ſie ſich zu uͤbermenſchlichen Pro⸗ portionen, welche der Menge unbegreiflich ſind.
Menſchen von gemäßigtem Glauben, Gleichgkl⸗ tige oder Atheiſten im Betreff der Religion, werden die Ausdauer des heiligen Laurentius auf ſeinem Roſte ſtets uͤbertrieben, thoricht oder dumm finden.
Man moͤchte behaupten, daß eine der furchter⸗ lichen Bedingungen des Fanatismus in der Liebe oder Religion iſt, ſeinen Lohn nie auf dieſer Erde zu finden. Es iſt nur zu wahr, daß das Opfer das Opfer ruft; daß die Vergangenheit die Zukunft bedingt; daß man um ſo mehr Ergebenheit zeigen will, je mehr man ſchon gezeigt hat; daß man ſeinem verhaͤngnißvollen Werke mit wachſender Gluth anhaͤngt. Je mehr man gelitten hat, deſto mehr hofft man auf das Ende des Schmerzes; man


