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In dieſem Augenblicke beſonders, wo ſie einen ſo ernſten, ſo wichtigen Entſchluß faſſen ſollte, be⸗ durfte ſie eines Freundes, der ihr beiſtand, ſie aus dem Chaos ihrer Gedanken zu erretten. Sie liebte Taboureau zu aufrichtig, ſie verdankte ihm zu viel, um nicht durch den Vorwurf der Doppelzuͤngigkeit, den er ihr machte, ſchmerzlich betruͤbt zu werden.
Sie antwortete ihm daher mit einer ſanften, trauervollen Wuͤrde:„Ich ſehe Sie ohne Zweifel heut zum letzten Male, mein Freund. Ja, mein Freund, wiederholte ſie auf eine gerinſchätzende Be⸗ wegung Taboureau's;„ich gebe Ihnen dieſen Na⸗ men mit Vertrauen, denn wenn Sie fuͤr mich der edelſte der Maͤnner waren, ſo fuͤhle ich mich durch meine Dankbarkeit, durch meine Achtung fuͤr Sie, all' der Opfer werth, die Sie mir brachten.“
„Ich fuͤhle mich dadurch unendlich geſchmeichelt, Mademoiſelle; das ehrt mich ohne Zweifel wuͤthend,“ entgegnete Claude mit dem Tone bitteren Spottes.
„Ach, ich kann Ihnen leider nicht beſſer zeigen, was ich fuͤr Sie empfinde, Claude,“ ſagte die Pſyche mit Thränen im Auge,„da aber meine Worte Sie beleidigen, ſprechen wir nicht mehr davon. Wenn meine Gefuͤhle fuͤr Sie auch in mein Inneres zu⸗ ruͤckgedrängt ſind, ſo werden ſie deshalb nicht min⸗ der zärtlich, nicht minder lebendig ſein.— Hoͤren Sie mich zum lebten Male an, ich beſchwoͤre Sie darum.“


