Du, ſo wie Dein Bruder, mir verſprichſt, ernſthaft
und geſetzt zu bleiben.“
„Iſt denn Meiſter Janet fuͤr die Ernſthaftig⸗ keit ſeiner Zuhoͤrer ſo gefährlich?“ fragte Fräulein von Lamoignon.
„Er hat mich ſogar oft beinahe aus der Fuſſung gebracht. Denkt Euch Kinder in ihm die alte Ab⸗ handlung der chriſtlichen Wohlanſtändigkeit in Fleiſch und Bein, Peruͤcke und Spitzen. Vor acht Ta⸗ gen empfing ich ihn in dem Cabinet, in welchem mein Bild haͤngt; da Meiſter Janet darauf halt, gewiſſenhaft die Regeln der Hoͤflichkeit zu beobach⸗ ten, dieſe aber verbietet, dem Bilde des Hausherrn den Ruͤcken zuzuwenden, befand ſich der gute Mann in einer gewaltigen Verlegenheit, denn ich ſaß mei⸗ nem Bilde grade gegenuͤber. Ihr bättet Meiſter Janet ſehen ſollen; er trippelte hin und her, als ſtuͤnde er auf gluͤhenden Kohlen; er ſtellte ſich zur Seite, zu dreivierteln, bog den Koͤrper vor, bog ihn zu⸗ ruͤck, und endlich außer ſich und in Schweiß ge⸗ badet, weil er die beiden der Hoͤflich⸗ keit gegen das Portrait und das Original nicht in Uebereinſtimmung zu bringen wußte, faßte er mu⸗ thig den Entſchluß, mir zu antworten, indem er den Kopf ſeitwaͤrts nach dem Bilde drehte.“
Dieſe Schilderung begleitete Herr von Baville mit einer hoͤchſt ergötzlichen Pantomime, und ſie erweckte ein ausgelaſſenes Wgte welches aber


