Teil eines Werkes 
46.-49. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 5.-8. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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uwenden. Es ſind Ketzer, das weiß ich wohl, Re⸗

bellen gegen den König, wenn Ihr wollt; aber im⸗

mer haͤngen, raͤdern und verbrennen, und ſogar

Weiber, das ſcheint mir denn doch ein Bischen

wild,“ ſagte der Wachshändler.

„Die Weiber,“ rief Meiſter Janet,„das ſollen

eben die Schlimmſten ſein! Hat nicht neulich der

Trommelſchlaͤger ſein Spiel ruͤhren muͤſſen, damit man die gottesläſterlichen Ermahnungen der Letzten nicht hoͤren konnte, jener Prophetin von der Bande Rolands? Denn die Häuptlinge und die Anfuh⸗ rer dieſer Schufte wachſen in einer Nacht wie die

Morcheln. Meiner Treu, deſto ſchlimmer fur ſie.

Man rädere ſie, man hänge ſie, man verbrenne ſie, und man hat meiner Treu Recht: Sie haben un⸗

ſerm Pandel genug Schaden gethan. Wer bittet ſie denn uͤbrigens auch, ſich bewaffnet zuſammen zu

rotten und die Unanſtändigkeit und Unhoͤflichkeit ſo

weit zu treiben, ſich gegen die Befehle des Koͤnigs aufzulehnen?“

„Sie ſagen, Gevatter,“ erwiderte der Wachs⸗ haͤndler,„daß ſie ihre Religion ausuͤben wollen und

nicht unſere. Sie ſagen, der König hätte ihnen will⸗

kuͤrlich die Gewiſſensfreiheit entzogen, welche die

Edicte ihnen zugeſtanden; und, Alles wohl erwogen,

Gevatter, muſſen wir unter uns wohl eingeſtehen,

daß ſie darin nicht ganz Unrecht haben.“ „Nein, nein, ſie haben Unrecht, tauſendmal Un⸗ recht,“ ſchrie der Parfuͤmeriehändler.„Und weshalb Krieg in den Cevennen. II. 2