gen, wenn ſie ſich erlaubte, eine Sammetrobe zu tragen; was Euch ein Edelmann ſelbſt ſagen könnte, da Ihr Euch gegen die Geſetze der Wohlanſtändig⸗ keit und Klugheit erlaubt, ein ſeidenes Kleid zu tra⸗ gen; denn wenn Ihr wollt, daß die Kleinen Euch ehren, ſo muͤßt Ihr die Großen ehren.“
„Mein Herr Schwiegervater und Capitain, ich habe dies Wamms auf der place du Marché ge⸗ kauft;*) es gehoͤrte dem hugenottiſchen Edelmanne,
*) Der gewöhnliche Ort der Hinrichtungen.— In einem Manuſcript jener Zeit liest man:„Das Schaf⸗ fot iſt beſtändig auf dem Platze dü Marché aufgeſtellt. Man hat hier drei dieſer Unglücklichen dieſe Woche ge⸗
rädert. Dieſe Leute ſprechen nie anders, als nach der Tortur; deshalb gibt man ſie jetzt auch Allen, die ge⸗ wöhnliche, wie die außergewöhnliche.(Brief 4, vom 10.
Mai 1704.)— Dieſes Manuſcript, welches wir noch oft zu erwähnen Gelegenheit haben werden, iſt eine Samm⸗ lung von Briefen, welche den Titel führt: Sehr treue Memoiren und Tagebuch von einem Theil deſſen, was
ſich vom 11. Mai 1703 bis zum 1. Juni 1705 mit
den Fanatikern, auch Kamiſarden genannt, zugetragen hat, geſchrieben, und, Brief für Brief, von der Frau Demet der Incarnation, damals Gehülfin im großen Urſulinnen⸗Kloſter an den ehrwürdigen Vater Mars von St. Claude geſchickt, damals Prior der alten Car⸗ meliter von Clermont in der Auvergnez dieſe Memoi⸗ ren habe ich ſtets dem Herrn von Champigny, damals Biſchof von Clermont, und dem Herrn Poul d'Ormeſſon und dem Intendanten Leblanc mitgetheilt. und ſie ha⸗ ben ſie ſtets ſehr wahrhaftig und klug gefunden.
(Manuſcriptenſammlung der königlichen Bibliothek.)


