„Miserere mei Deus— secundum magnam — misericordiam tuam.“*)
Und er ſtarb.— Ungeachtet des Todes des Abtes machte die moͤrderiſche Prozeſſion der Reli⸗ gionaren noch nicht Halt.
Alle die, welche gegen den Erzprieſter Repreſſa⸗ lien auszuuͤben hatten, trafen deſſen Leichnam mit derſelben Feierlichkeit, indem ſie dieſelben Worte der Anklage und des Fluches ſprachen.
Sein Koͤrper erhielt 52 Wunden, wovon 24 todtlich waren**). Nach dieſer entſetzlichen Hinrich⸗ tung verließen die Religionaren, von Ephraim ge⸗ fuhrt, die Abtei. Sie ſchleppten den Leichnam des Erzprieſters auf den Kreuzweg der vier Straßen.
Hier wurde er an dem Blutkreuze aufgehangen.
So erfullte ſich die Viſion Ephraims, welcher zum letzten Mal mit ſchallender Stimme ausrief:
*) Erbarme Dich, Gott, meiner nach Deiner gro⸗ ßen Barmherzigkeit.
) Jeder Streich wurde von den Worten beglei⸗ tet:„das iſt für die Verurtheilung von dem oder für den Tod von dem;— aber da die Gewaltthaten, de⸗ ren man ihn ankkagte, zu zahlreich waren, um für jede eine Stelle auf ſeinem Körper zu finden, mußte man dieſen blutigen Anklagen ein Ende machen. Ein Pfarrer, welcher Geſchichtſchreiber war, ſchreibt, daß der Leichnam 52 Wunden und darunter 24 tödtliche gehabt hätte.
(Geſchichte der Kamiſarden, Buch I.)


