Teil eines Werkes 
42.-45. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 1.-4. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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Der Erzprieſter wurde von einem engen Kreiſe umgeben, der aus ſeinen erbitterteſten Feinden beſtand, welche rachegierige Blicke auf ihn ſchleuderten.

Du haſt durch das Schwert getödtet, und wirſt durch das Schwert getoͤdtet werden, ſagte Ephraim zu dem Abt duͤ Chayla.Du ſollſt in Verwirrung geſtuͤrzt werden wegen der Mordthaten, die Du begangen haſt, und wegen der Gewalt⸗ that, die Du Dir zu Schulden kommen ließeſt ge⸗ gen Jacob, Deinen Bruder. Du ſollſt fur ewig untergehen.

Mein Bruder, ſagte der Abt,Du enthei⸗ ligſt die Worte des Herrn. Begehe keinen neuen Mord, keine neue Gotteslaͤſterung. Nicht mein Le⸗ ben mache ich Dir ſtreitig, denn das gehort Gott an; Deine Seele will ich Dir retten. Schwore Deine verderbliche Ketzerei abz kehre zur wahren Kirche zu⸗ ruͤck. Die Gnade des Herrn iſt unerſchoͤpflich. Ich ſage es Euch in dieſem letzten Augenblicke: ſchwört ab, ſchwoͤrt ab; Ihr ſollt Gnade finden, o, meine Bruͤder; ſtuͤrzt Euch nicht in das ewige Verderben.

Der Abt ſprach dieſe Worte mit feſter, milder Stimme, mit einem Tone voll zaͤrtlichen Mitleids. Die Annäherung des Todes, die unerſchoͤpfliche Hoff⸗ nung, daß ſeine Martern ihm durch die gottliche Barmherzigkeit angerechnet werden wuͤrden, ſpannte dieſe unbeugſame Seele ab. Die erhabene Milde des Chriſtenthumes ließ ihn ein inniges Mitgefuͤhl fur ſeine Henker empfinden. 35