die Spiele ſeiner Altersgenoſſen nicht, die ſtärker waren, als er. Den Leibesubungen des Wettlaufes oder des Ringkampfes, zog er einen Spaziergang oder Traumereien im Schatten des Gehoͤlzes vor, ſtille Zerſtreuungen, die er ſtets mit ſeiner Schwe⸗ ſter theilte..
Die Sonne begann langſam hinter dem ſchwar— zen Walde der Fichten und Kaſtanien herabzuſin⸗ ken, welche den Berg kronten, als die beiden Kinder in der Ferne das Gebell mehrerer Hunde hoͤrten.
„Das ſind die Hunde des Waldhuͤters von Ay⸗ goal!“ ſagte Coleſte erſchrocken, indem ſie ſich an ihren Bruder ſchmiegte.
Ploͤtzlich erblaßten die Kinder.
Ein ungeheurer Wolf erſchien auf dem Gipfel des Huͤgels, an welchem die Heerde weidete; er hinkte gewaltig, und ſchien ſchwer verwundet zu ſein.
Von Schrecken ergriffen nahmen die Schafe ſo⸗ gleich die Flucht nach dem Fluſſe zu, und zwei große, grauhaarige Hunde, ihre Wächter, ſträubten ihr Fell, ſenkten den Schwanz, theilten den Schrecken der Heerde, und folgten ihr, ſtatt ſie zu vertheidigen.
Coleſte und Gabriel umſchlangen ſich, und preß⸗ ten ſich voll Entſetzen feſt aneinander. Mit ſtar⸗ rem Blick, die Lippen halb geoͤffnet, ſaßen ſie re⸗ gungslos da.
In dieſem Augenblicke kam das Gebell näher; zwei gewaltige Hunde folgten der Fäͤhrte des wil⸗ den Thieres, welchem die Rippen durch einen Schuß


