der, die
ger Zeit den bibliſchen Namen„Klein⸗Canaan“ gegeben.
Die Gewäſſer des Gardon d'Andüze waren raſch, klar, aber nicht ſehr breit und nicht ſehr tief; nach⸗ dem ſie in zahlreichen Windungen dieſe bezaubernde Ebene befeuchtet hatten, verſchwanden ſie unter den ſchattigen Gewoͤlben eines hundertjährigen Waldes.
Durch die ſchnelle Stroͤmung untergraben, und durch das Gewicht ihrer Gipfel geſenkt, hatten ſich einige gewaltige Eichen umgelegt, und vor dem gänzlichen Sturze nur durch die Bäume auf dem
andern Ufer bewahrt, ſchienen ſie eben ſo viele uͤber
den Fluß geſchlagene gruͤne Braͤcken zu ſein.
Weiden trieben ſo uͤppige Schoßlinge, daß ſie zuweilen in der Mitte des Fluſſes ein Geflecht bil⸗ deten, welches das Waſſer in ſeinem Laufe hemmte, ſo daß es nur durch eine Art von Waſſerfall die⸗ ſes Hinderniß uͤberwinden konnte.
Pier und dort verbarg ein dichter Moosteppich den wurmſtichigen Stamm der Bäume, und miſchte
ſeine ſammetartigen Farben mit denen der bunten
Kieſel, uͤber welche die klaren Wogen des Gardon dahinglitten; tauſende von Voͤgeln belebten die Ein⸗ ſamkeit durch ihren Geſang; in der Ferne, in der Ebene des Hort-Diou, hoͤrte man nichts, als das melancholiſche Gelaute der Glocken, welche die Wid⸗ Fuͤhrer der Heerden, mit Stolz um den s trugen. einem ſchoͤnen Juniabend des Jahres 1702


