„Armer Paul, dann beklage ich Dich, denn ich hatte auf Dich gezahlt. Ich konnte es erwar⸗ ten. Ja, es gehoͤrt eine ſtarke, kraͤftige Seele dazu, allen Schlaͤgen des Gluͤckes, wie des Un⸗ gluͤckes, zu widerſtehen; Deine Seele aber war ſchwach und gebrechlich. Noch ein Mal: Ueber⸗ lege es, befrage Dein Herz:— Nichts? nichts 4
„MNichts!«c erwiderte Paul nachdenkend. vNichts! Ich begreife nicht, wie man leben kann, wenn die Welt oͤde iſt.c
vAber die Rache, Elender 24
v„Da ich bei Ihrem Anblicke nicht das Verlangen darnach empfinde, iſt mein Herz todt, ganz todt.«4
„Lebe wohl denn, Paul! Lebe wohl!«
vvUnd zum erſten Male vielleicht nette eine Thraͤne des Mitleids, oder des Schmerzes, das Auge Szaffie's.
Es war aber auch etwas Entſetzliches, dieſen Juͤngling zu ſehen, ſo jung, ſo ſchoͤn, bleich, auß⸗ geloͤſt, ſterbend, todt ſchon, denn der phyſiſche Tod war nur noch ein Ereigniß ohne Betracht; den armen Juͤngling hier ganz allein zu ſehen, in die⸗ ſem ärmlichen Stubchen, ohne einen Freund, ohne einen Verwandten, mitten in der Welt allein; er hatte den Becher des Lebens ſeinen Lippen nur genaͤhert, um ſeine ganze Bitterkeit zu koſten, und verloſchte nun hier, ohne ſich zu beklagen, ohne Reue, ohne zu murren, ſelbſt ohne eine Thrane vergießen zu koͤnnen.


