Teil eines Werkes 
15. Theil, Der Salamander : ein Roman aus dem Seeleben : 5. Bändchen (1838) La Salamandre
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wenn ich Sie haſſen koͤnnte, wuͤrde ich Sie toͤdten; aber ich vermag es nicht.«4

Hoͤren Sie mich. Es ſind bald acht Jahre her, als ich, wie Sie, Paul, im Begriff war, mich umzubringen. Wie das Ihrige, war mein Herz kalt und erſtorben, nur mit dem Unterſchiede, daß mich Ueberſaͤttigung des Gluͤckes dahin brachte, wohin Sie das Uebermaaß des Ungluͤcks fuͤhrt — zum Selbſtmord,— doch der Unterſchied iſt ganz gering, der Ausgang iſt der naͤmliche.— Nun will ich Ihnen ein Mittel vorſchlagen, wel⸗ ches mich gerettet hat, denn ich fuͤhle Theilnahme fuͤr Sie, Paul.«

v„Was wollen Sie mir ſagen 244

»Wenn Ihr Vater erſt geſtorben ſein wird, was wuͤrde, glauben Sie, das erſte Gefuͤhl ſein, welches in Ihrer Seele aufſtiege, vorausgeſetzt, daß Sie ſich aus Ihrem jetzigen Zuſtande des Stumpfſinnes herauszureißen vermoͤchten?

Paul dachte einen Augenblick nach, und ſagte dann: v„Menſchenhaß, und das Beduͤrfniß, mich an Ihnen zu raͤchen.«6

vMenſchenhaß? Gut. Was aber das Beduͤrf⸗ niß der Rache an mir betrifft, ſo iſt das kleinlich und ungerecht. Denn, Alles wohlerwogen, Kind, bin ich es denn geweſen, der die Ereigniſſe lenkte? Habe ich zu Deinem Voater geſagt: Sclave einer eingebildeten Disciplin, opfere Deinem Göͤtzen Ehre, Ehrgeiz, Sohn und Leben? Bin ich es, der zu Alice ſagte: Verachte und quaͤle das ſo reine und

Salamander. V. 4