Wenn nur dieſe Nacht, oder morgen, mein⸗ Schwaͤche mich nicht etwa uͤberwaͤltigt! Doch nein, der Himmel iſt zu gerecht, um mir dies Gluͤck zu verweigern,« ſetzte er bitter hinzu.
„Wer haͤtte mir das vor ſechs Monaten ge⸗ ſagt? Wahrlich, mein Geſchick iſt hart! Was habe ich denn Gott gethan, daß er mich ſo un⸗ glucklich macht? Und es ſchien mir doch, als haͤtte ich eine ſo lachende Zukunft vor mir! Ich hatte einen Vater, der mich ſo zaͤrtlich liebte; ich war brav, ich war jung; mein Stand gefiel mir; und ich liebte, ach! ich liebte einen Engel!«
Nach einem Augenblick des Schweigens fuhr er dann fort:
„Ach, es iſt entſetzlich! Ich weiß nicht, ob der Schmerz, der Kummer und die Krankheit jede Fiber meines Herzens abgenutzt haben, aber ich fuͤhle nicht mehr. Ich denke an Alice, an meinen Vater, der morgen erſchoſſen wird, an mich, der ich morgen mich ſelbſt erſchieße, und ich denke an dies Alles ohne ein grauſames, ſchneidendes Ge⸗ fuhl. Mein vergangenes, gegenwaͤrtiges und zu⸗ kuͤnftiges Leben kömmt mir vor, wie ein Buch, das, nachdem man es geleſen, wohl Erinnerungen, aber keine Eindruͤcke zuruͤck läͤßt. Alles was ich empfinde, iſt Langeweile, und der Wunſch, es moͤchte ſchon morgen ſein.——
„Nein, nein ſagte er nach einer neuen Pauſe. »Mag ich auch an Alles denken, was mir ſonſt
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