Er hatte ſich an dieſe Liebe ſo gewoͤhnt, wie man ſich an ſeine Exiſtenz gewoͤhnt, wie man ſich nicht wundert, daß man lebt; und doch hatte der arme Menſch noch kein Geſtaͤndniß gewagt, weil er glaubte, ſein ganzes Benehmen ſei ein Ge⸗ ſtaͤndniß.
Alice ſuchte Paul auf. Sie brachte Stunden lang damit zu, ihn anzuhoͤren, wenn er von ſei⸗ nem Vater, von ſeiner Kindheit, ſeinen Plaͤnen ſprach. Die Thraͤnen traten ihr in die Augen, wenn ſie dieſe reine Seele in den geringfuͤgigſten ſeiner Worte ſich malen ſah. Alice bewunderte ſeinen freimuͤthigen Character, ſo voller Einbildungen, die ſie theilte, welcher nur an die Tugend glaubte und das Laſter ſtets dem Zufalle oder einem boͤſen Geſchicke zuſchrieb. Sie bewunderte ſeine Tapfer⸗ keit, ſeine Kuͤhnheit! Ließ ſic, Paul nicht ofters, nur um ſie an dem Fenſter ihrer Cajüte ſehen zu koͤnnen, mit Todesgefahr an einem Stricke herab? Und das Alles nur wegen eines Blickes, eines Lächelns, eines Zeichens von ihrer weißen Hand.—
Wahrlich! ich glaube, daß auch Alice Paul liebte; denn ſie war ganz glucklich uͤber ihr ſtilles, ernſtes Gluͤck. Nur haͤtte ſie ein Geſtaͤndniß ge⸗ wuͤnſcht, das junge Maädchen; denn ſie uberraſchte ihre Tante und den Vater Pauls oft dabei, daß ſie ſonderbare Blicke wechſelten. Sie haͤtte ein Geſtändniß gewunſcht, denn fur ihre gaͤnzliche Un⸗ erfahrenheit lag alle Liebe in dem Geſtaͤndniſſe:


