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ein treuer Freund— geh nach Europa— lieber Mann— es iſt die letzte Bitte einer Sterbenden — gewaͤhre ſie mir— ſchwöre, verſprich es mir — im Namen meiner Jenny—6
Sie hatte hoͤchſtens noch eine Minute zu leben.
Der Pflanzer preßte ſeine Lippen auf die ſchon eiskalte Hand ſeiner Frau, und weinte bitterlich.
Auf eine Bewegung, welche Frau Wil machte, nahte ſich ihr Atar⸗Gull, das Kopfkiſſen zu er⸗ hoͤhen.
Er kniete wieder nieder, ihren zuruͤckſinkenden Körper zu unterſtuͤtzen, indem er laut ausrief; varme gute Herrin— gute Herrin—4
Indem er aber die Sterbende anblickte, konnte er einen graͤßlichen Ausdruck der Freude nicht ver⸗ bergen, und plötzlich ſchien Frau Wil, entſetzt, wie durch einen wunderbaren Inſtinkt geleitet, die graͤßliche Heuchelei, welche ſich ſo eben ſelbſt ver⸗ rieth, zu durchſchauen.
Wie durch einen Blitzſtrahl hatte ſich Atar⸗ Gull's ſcheußliches Geheimniß ihrem Sinne ent⸗ faltet.
Die ungluckliche Frau riß die Augen voll Entſetzen auf, richtete ſich in die Hoͤhe und ſchrie mit erſtickter Simme, ihre Arme ausſtreckend, mit einem unbeſchreiblichen Ausdrucke: Wil— Wil— Atar⸗Gull— nicht— Jenny«— ihre


