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feinen Schilfmatte, die durch ihre bunten, leb⸗ haften, glaͤnzenden Farben einem Blumenbeete glich. Nur ſchwach und unſicher drang der Tag durch die ſeidenen Vorhaͤnge, Jalouſien und angelehnten Fenſterladen— das Fenſter war der großen Hitze wegen halb geoͤffnet.
Es herrſchte in dieſem niedlichen Gemache ein ſußer, ſanfter Duft, der Hauch eines Maͤdchens, ein Anblick der Unſchuld, der die Seele entzuͤckte.
Das kleine Bette, ſo friſch, ſo weiß; die Waͤnde ſo glatt; die ſtrahlenden Blumen; das angenehme Helldunkel, die ſchweigende Harfe, die Feſtkleider hier und da umherliegend, der Spiegel, und das heilige Kreuz, die Bänder, der einfache Schmuck, mit einem Worte, alle dieſe unbedeu⸗ tenden Dinge, ſo unſchaͤtzbar fuͤr ein junges Maͤd⸗ chen, alle waren Zeugen von gluͤcklichen Tagen voll Unſchuld und Liebe.
Die Thuͤre oͤffnete ſich und Jenny trat herein. Die Mutter, die ſie begleitete, hatte zaͤrtlich den Arm um den ſchlanken Leib ihrer Tochter geſchlun⸗ gen, die im Gehen ihr Koͤpfchen auf den muͤtter⸗ lichen Buſen ſenkte.
„Komm, mein Kind,« ſagte Frau Wil, vlege dich wieder nieder, wir haben unſer Gebet verrich⸗ tet und es iſt noch früh— man ſieht es dei⸗ nen Augen an, du haſt dieſe Nacht wenig ge⸗ ruht.«
Atar⸗Gull. III. 8


