Teil eines Werkes 
10. Theil, Atar-Gull : Roman : 3. Bändchen (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Graſe verlierend, hoͤrte er das ſchneidende Ziſchen einer Schlange, und blieb ſtehen.

Ein dumpfes, anhaltendes Rauſchen bewog ihn faſt zugleich, empor zu blicken, und er ſah ei⸗ nen Secretaris), der die Schlange mit ſeinen Fluͤgelſchlagen umkreiſete, und ſich ihr allmaͤlig immer mehr und mehr naͤherte. Die Schlange fuhlte die Ungleichheit ihrer Kräfte mit denen des Vogels, und wandte die ihr eigne Klugheit und ruhige Gelenkigkeit an, zu entfliehen, und in ihr nahes Loch zu ſchluͤpfen.

Aber der Raubvogel errieth ihre Abſicht, ſchoß mit einem Male herunter, warf ſich ihr mit ei⸗ nem Sprunge in den Weg und hielt ſie auf, in⸗ dem er ihr einen ſeiner großen Fluͤgel mit dem knochenartigen Auswuchſe entgegenſtreckte, deſſen er ſich ſowohl als Keule wie als Schild bedient.

Da richtete die Schlage ſich wuͤthend in die Hohe, die bunten lebhaften Farben ihrer Haut glaͤnzten in der Sonne wie Gold- und Azurringe Wuth und Gift blieſen ihren Kopf auf, ihre Augen roͤtheten ſich, und ſie ſperrte den drohen⸗ den Rachen laut ziſchend auf.

Der Secretaris ſtreckte einen ſeiner Flügel aus, naͤherte ſich von der Seite ſeiner Feindin, welche nach ihm ſchielend, ihren Leib links und rechts

*) Eine Art Seeadler.