Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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können mir erzählen. Denken Sie noch oft zurück an die früheren Zeiten? fragte ſie, indem ſie Cäcilie nach einem einſamen Sitze in der Fenſterniſche führte.

O, gewiß, erwiederte dieſe mit unverkennbarer Be⸗ wegung, ſie werden mir immer unvergeßlich bleiben!

Du warſt ſtets eine kleine Schwärmerin, Cäcilie, ſagte Nettchen mit einem leichten Seufzer, und ich kann mit denken, daß es Manches gibt, wobei deine Erinnerungen gern verweilen; bei mir iſt dies nicht der Fall, und es hat auch ſein Gutes, daß es nicht ſo iſt. Die Liebe meines Gemahls gewährt mir vollſtändigen Erſatz für die verlor⸗ nen flüchtigen Mädchenfreuden— ich ſehne mich nicht da⸗ nach zurück. Ich bin froh und innerlich beglückt, daß es ſo iſt, und es ſollte mir leid thun, wenn es bei dir anders wäre, denn die Liebe des Mannes bleibt des Weibes höch⸗ ſter Schatz und höchſtes Gut, ſetzte ſie mit Emphaſe m biſt du nicht auch meiner Meinung?

Es unterliegt dieſes alles keinem Zweifel.

Aber du ſagſt das ſelbſt in einem zweifelhaften T Tone.

Es wird mir vielleicht etwas ſchwerer, wie Ihnen, di Vergangenheit zu vergeſſen und den neuen Verhältniſſen Rechnung zu tragen.

Liebe Cäcilie, ſagte Nettchen, ihre Hand ergreifend, warum nennſt du mich jetzt, da wir allein ſind, noch „Sie“? Wenn es auch nöthig iſt, daß wir in Gegenwart Anderer das trauliche„Du“ vermeiden— es würde ſch