Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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ſo auch hier. Niemand war darüber in Zweifel, daß ihn nur eine gewöhnliche, ſinnliche, von ihr klug ausgebeutete Neigung zu dieſem Schritte bewogen habe, für den man eine Form und einen Namen gefunden, der hier doch das eigentliche Weſen dieſer Verbindung nur ſehr durchſichtig verhülle. Die Gräfin blieb in der öffentlichen Meinung verhaßt, obgleich ſie ſich wenig zeigte, zurückgezogen lebte und ſich anſcheinend gar nicht um die Regierungsgeſchäft bekümmerte— ſie blieb verhaßt, vielleicht ſchon deßhalb, weil man zu unangenehme und naheliegende Erfahrungen an ihrer Vorgängerin gemacht hatte.

Leſſen's Wagen hielt unter dem Portale des Schloſſes, er half Cäcilien beim Ausſteigen und fühlte das leiſe Beben ihrer Hand, als er ſie durch das glänzend erleuchtete, mit einem Ueberfluß von reich gallonirten Bedienten ausgt ſtattete Veſtibul führte. Bald darauf traten ſie in die Geſellſchafts-Räume. Inm letzten Zimmer befanden ſich der Fürſt und die Gräfin. Mit niedergeſchlagenen Augen ohne aufzublicken, durchſchritt Cäcilie an der Hand ihres Mannes dieſen kurzen und doch für ſie ſo peinlichen Weg dann blieben ſie ſtehen, weil der Fürſt und die Gräfin ſich im lebhaften Geſpräche mit anderen Perſonen befanden⸗ Cäcilie benutzte dieſe kurze Zeit, um ſich zu ſammeln, un wie dies oft in ſolchen Lagen geſchieht, ihre Zaghaftigki verſchwand plötzlich, denn ihr kam dies alles gemacht, un natürlich, theatermäßig vor. 3