Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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— dachte ſie an ihn. Ein großer Theil ihrer dem Vater zugewandten Zärtlichkeit galt eigentlich ihm— das kam allerdings nicht bei ihr zum Bewußtſein und zur Erkennt⸗ niß, aber es war ſo.

Du findeſt die Aeußerungen der Liebe Cäciliens zu ihrem Vater jetzt wohl mehr begründet, geneigte Leſerin, wenn auch vielleicht weniger anerkennungswerth um ihrer ſelbſt willen; uns liegt aber die Aufgabe ob, treu und wahr zu ſchildern, und wir durften daher auch die Schwäche dieſes Herzens nicht verbergen und verſchleiern, eine Schwäche, welche in Deinen Augen kaum der Entſchuldi⸗ gung bedürfen, vielmehr die Trägerin derſelben Dir nur näher bringen und werthvoller machen wird.

„Meiden Sie den Umgang mit ihr, ſie iſt Ihrer nicht würdig“, ſo hatte er einſt zu ihr geſagt, als ihr unbefange⸗ nes Gemüth den Leichtſinn und die Intrigue in dem Weſen ihrer Jugendfreundin noch nicht erkannt hatte— aber ſeine Worte waren damals ſchon ein genügender Grund geweſen,, danach zu handeln. Jetzt war ihr allerdings das Richtige derſelben längſt aus eigener Wahrnehmung klar geworden, aber jene Worte hafteten noch immer feſt in ihrem Erinnern wie ein theures Vermächtniß, deſſen Befolgung ſie ſich mehr als je zur Pflicht machte. Daher hauptſächlich ihre Abneigung und ſelbſt ihre entſchiedene Weigerung, ue Cirkel der Gräfin zu beſuchen.

Heute mußte ſie nun doch hingehen, ſie hatte es wn