Störe ich, Herr College? fragte ein in das Zimmer tretender Miniſterialrath; ich glaubte, Sie ſeien mit Ihrer mühſamen und Zeit raubenden Arbeit fertig?
Das bin ich auch, es ſind nur noch einige Punkte, worüber ich Zweifel hege. Halten Sie Markgroſchen für eine Grund⸗Abgabe, oder tragen ſie die Natur einer Sportel? Sie können mir darüber vielleicht Auskunft geben.
Ich habe mich nie mit dieſen gelehrten Dingen beſchäf⸗ tigt, lächelte der Andere; Sie wiſſen ja, daß ich ſtets in Polizei⸗Angelegenheiten thätig geweſen bin, dazu bedarf man keine Gelehrſamkeit, nur natürlichen Verſtand, Energie und eine möglichſt elaſtiſche Anſchauung von Recht und Geſetzlichkeit. Ich würde über Ihre Markgroſchen nicht einen Augenblick Zeit verlieren. Machen Sie dieſelben friſchweg zu dem Einen oder dem Anderen, das wird ſich ja ſpäter alles finden, wenn die ſtändiſche Weisheit ſich ins Mittel legt.
Gerade von dieſer Seite möchte ich mich keines Irr⸗ thums zeihen laſſen.
Das würde mir höchſt gleichgültig ſein, denn Irr⸗ thum iſt ein ſehr relativer Begriff, und ſo lange man einen Irrthum nicht eingeſteht, iſt er auch nicht vor⸗ handen.
Ich ziehe es doch vor, mit mir ſelbſt darüber ſo klar
zu werden, als es nur möglich iſt. 14*


