was ſehr wahrſcheinlich iſt— ſchon deinetwegen, ſetzte ſie ſpöttiſch hinzu, ſchon deinetwegen!
Es iſt dies ſehr zu beklagen, ſagte er traurig nach einiger Zeit, während Beide geſchwiegen,— ſehr zu beklagen.
Verſprich mir, dein Benehmen zu ändern, Ernſt, ſagte ſie plötzlich in bittendem Tone; verſprich mir, nie mehr an den Hof zu gehen, wenn du nicht begehrt wirſt.
Ich habe nichts in meinem Benehmen zu ändern, er⸗ wiederte er, ſie vorwurfsvoll anſehend— nichts. Alle deine Vorausſetzungen beruhen auf einer ſehr beklagens⸗ werthen Selbſttäuſchung, ſonſt würdeſt du die Theilnahme, welche ich für die Gräfin empfinde, nicht ſo lieblos und gehäſſig beurtheilen.
Alſo Theilnahme empfindeſt du für ſie? rief ſie in wieder aufloderndem Zorne; und das geſtehſt du mir ganz unumwunden ein, mir, deiner Frau?
Weßhalb ſollte ich es nicht?
Ich wüßte auch keinen Grund— wir leben ja in Albernhauſen— alſo gehe du deinen Weg, ich werde den meinen gehen.
Marie, höre mich an, wenn ich—
Nun? fragte ſie, als er plötzlich wieder ſchwieg.
Die Zeit wird kommen, wo du— wo du vielleicht*
anders urtheilen wirſt.
4 Guſtavvom See. Wogen des Lebens. II. 1⁴


