Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Coquette, welche der liebe Gott als Strafe für unſer armes Land und als einen würdigen Erſatz für die endlich fortge⸗ zogene alte Gräfin hieher geſchickt hat? Muß denn immer eine ſolche Perſon als allgemeine Landplage unſerem Fürſten zur Seite ſtehen? Hältſt du dies für nöthig, für erforderlich?

Was ſoll ich auf dieſe dir von einer verderblichen Lei⸗ denſchaft dictirten Worte erwiedern? ſagte der Geheime⸗ rath, der ſichtlich bemüht war, ſeine Ruhe zu bewahren. Ich ſtehe den Parteien fern, wie es mir als Beamter ge⸗ ziemt. Ich gehöre nicht mehr zum engeren Rathe des Fürſten, man hat mich daraus entfernt und iſt damit nur meinen Wünſchen zuvorgekommen. Partei gegen ihn zu ergreifen, wäre eine Verletzung meines Dienſt⸗Eides. Was in meinen Kräften geſtanden hat, habe ich redlich aufgeboten, um die Verbindung zwiſchen dem Regenten und der Gräfin zu verhindern; ich habe meinen ganzen Einfluß geltend gemacht, ſowohl bei ihm, als bei ihr, um dieſe Neigung im Keime zu erſticken. Leider iſt es mir nicht gelungen, ſetzte er mit einem Seufzer hinzu; aber da es nun doch einmal nicht zu ändern war, ſo freut es mich, daß ihr Verhältniß die geſetzliche und kirchliche Sanction erhalten hat. Oder wäre es dir vielleicht lieber, wenn ſie — du weißt, was ich ſagen will.

Warum ſagſt du es nicht? ergänzte ſie, ihn feſt an— ſehend; wenn ſie ſeine Maitreſſe geblieben wäre, was ſie