die Gräfin über den Fürſten beſaß, mit welcher Klugheit ſie ſeine Schwächen auszubeuten und ihre Vorzüge und Gaben zu verwerthen verſtand, entſchloß er ſich, zu ſeinem eigenen Vortheile ihr Verbündeter zu werden, und er wurde es nun auch im ganzen Sinne des Wortes, weniger deß⸗ halb, weil er es ehrlich und redlich meinte, als weil die Verhältniſſe ſo lagen, daß eine einmal kund gegebene Par⸗ teinahme einen Rücktritt unmöglich machte.
Nachdem er drei Monate Cabinetsrath geweſen und ſeine Stellung ſich in der gedachten Weiſe geklärt hatte, nahm er auf acht Tage Urlaub und verheirathete ſich mit Cäcilie Erin.
Es liegt nicht im Plane unſerer Erzählung, auf eine nähere Schilderung der Umſtände einzugehen, welche Cä⸗ eiliens Einwilligung herbeiführten. Wenn es uns ge⸗ lungen iſt, von ihrem Charakter ein richtiges und anſchau⸗ liches Bild zu entwerfen, ſo wird es einer ſolchen Schilde⸗ rung auch kaum bedürfen. Der Mutter, welche in dieſer Verbindung das Glück ihres Kindes erkannte, gelang es bald, ihren Mann zu derſelben Ueberzeugung zu bringen. Cäcilie ſelbſt empfand zu Leſſen keine Neigung, nur Ach⸗ tung vor ſeiner geiſtigen Begabung, auch vermochte ſie dem Wunſche ihrer Eltern, namentlich ihrem Vater, keinen ſtich⸗ haltigen Weigerungsgrund entgegen zu ſtellen, denn ihre Liebe zu Horſt, welche heimlich in dem Heiligthume ihres Herzens lebte, war bei ihr ſelbſt ja nicht einmal zur Er⸗
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