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nachher zuſammengetreten, und es hatte ſich ſowohl dadurch als durch die freier gewordene Preſſe ein reges politiſches Leben entwickelt. Es traten in der Kammer bedeutende Rednertalente auf, zum erſten Male wurden die Intereſſen des Landes öffentlich und in einer freiſinnigen, oft ſelbſt rückhaltloſen Weiſe beſprochen, ſo daß der Mitregent ſich genöthigt ſah, das bisherige Miniſterium durch liberalere Perſonen zu ergänzen. Wie immer in ſolchen Uebergangs⸗ Perioden, gingen dieſe Veränderungen nicht ohne große Aufregungen und nicht ohne Betheiligung der Maſſen vor ſich. In letzterer Bezichung wirkte die morganatiſche Ehe des Mitregenten mit der Gräfin von Schöneck beſonders nachtheilig. Je verhaßter der bisherige Zuſtand geweſen war, je mehr man der Ueberzeugung Raum gegeben hatte, daß derſelbe ſich nach dem Ableben des alten Fürſten ändern werde, um ſo größer war die Enttäuſchung, als man ſah, daß der Sohn ganz in die Fußſtapfen ſeines Vaters trat und, ſtatt einer fürſtlichen und ebenbürtigen Gemahlin, ebenfalls wieder eine zur Gräfin erhobene Geſchiedene ſich
zur Gefährtin auserſehen habe. Die Fürſtin⸗Mutter trat
dieſem Verhältniſſe von Anfang an entſchieden feindlich, wenn auch nur paſſiv, entgegen, die ganze Bevölkerung ſtand auf ihrer Seite, und ſelbſt am Hofe hatten ſich, un⸗
geachtet der Mitregent die Macht und die Gewalt beſaß,
zwei ſich befeindende Parteien gebildet. Bereits vor der Abreiſe des alten Fürſten war es zu


