Perſon geweſen iſt. Es liegt im Menſchen, ſich deßhalb mehr oder weniger eine unverdiente Wichtigkeit beizulegen; man iſt ſelbſt genirt und könnte durch ſeinen Anblick, viel⸗ leicht durch ſein Benehmen an Dinge erinnert werden, an die man nicht erinnert ſein will, die am beſten der Ver⸗ geſſenheit anheimfallen. Leſſen hat mir einige Dienſte ge⸗ leiſtet, ich erkenne dies an, aber das hebt ſich auf— ich habe ihn zum Profeſſor gemacht, könnte ihm allenfalls noch einen Orden oder ein Geldgeſchenk zukommen laſſen, und damit wäre die Sache abgemacht.
Sie erkannte, daß manches Wahre in dieſen Worten liege, und begann zu überlegen, welchen Rath ſie ertheilen ſolle. Die Erfüllung eines geleiſteten Verſprechens war ihr ebenfalls Nebenſache, ſie erwog nur, ob die Anweſen⸗ heit Leſſen's für ſie nützlicher oder nachtheiliger ſein würde, und entſchied ſich für das Erſtere. Sie glaubte, in Leſſen einen Mann zu beſitzen oder zu gewinnen, der ihren Zwecken dienſtbar zu machen ſei, durch den ſie in vielen Dingen auf den Prinzen würde einwirken können, ohne daß es den Anſchein gewinne, als ob dieſe Einwirkung von ihr aus⸗ ginge; denn ſie dachte ſich, daß Leſſen ſchon aus Klugheit und perſönlichem Intereſſe ſich eben ſo ſehr an ſie an⸗ ſchließen werde. Dieſe raſchen Erwägungen beſtimmten
ſie daher, nach kurzem Nachdenken ihren Einfluß zu ſeinem Gunſten geltend zu machen. Lieber Eduard, ſagte ſie lachend, du wirſt von mir


