Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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wäre am Ende daran gelegen, ob er eine Liebſchaft mehr oder weniger hätte, es liegt im Blute, ſetzte er wegwerfend hinzu; aber Sie, Sie! Fühlen Sie denn nicht, daß Sie das Opfer einer unwürdigen Spielerei werden, daß Sie Ihren Ruf zerſtören? Daß man jetzt ſchon ſchonungslos über Sie urtheilt, das ſchmerzt mich.

Wie gut, wie voll Theilnahme Sie ſind! erwie⸗ derte ſie.

Ich will es Ihnen nicht verhehlen, Sie erwecken meine vollſte Theilnahme. Ich möchte Sie ſo gern recht glücklich, in jeder Beziehung glücklich ſehen. Vertrauen Sie mir. Glauben Sie feſt daran, daß ich es recht gut mit Ihnen meine, daß ich ſtets bereit bin, Ihr Wohl zu fördern. Wenn Sie eines wahren, wirklichen Freundes bedürfen, ſo kommen Sie zu mir, ich werde—

Nicht weiter, Herr Geheimerrath, unterbrach ſie ihn mit ſpöttiſchem Lächeln; wenn ich derartige Redensarten hören muß, und es ſcheint doch einmal das Schickſal der Frauen zu ſein, nun, ſo höre ich ſie lieber aus dem Munde eines jüngeren Mannes— ſelbſt wenn er ein Erbprinz ſein ſollte. Ich habe die Ehre, mich zu empfehlen!

Der Geheimerath ſtand, von dieſer unerwarteten Ant⸗ wort niedergeſchmettert, lange unbeweglich und blickte ihr nach, indem er noch bläſſer geworden, als er ohnehin war.

Ich habe es falſch angefangen, ſprach er dann vor ſich hin. Sie hat Recht, hat Recht, ich war zu heftig, nicht