Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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verabſchiedet hatte und Nettchen allein ſtand, trat er zu ihr, ſie höflich grüßend.

So ſpät, Herr Geheimerrath? fragte ſie mit verbind⸗ lichem Tone und einem freundlichen Lächeln; ich ſage dies natürlich nur in Beziehung auf mich, denn ich weiß, daß Sie Sich ſchon lange auf dem Balle befinden.

Wenn ich ſpät zu Ihnen komme, gnädige Frau, er⸗ wiederte er, indem ſeine ſonſt kalten Blicke voll Theilnahme auf ihr ruhten, ſo geſchieht es, weil Sie bis jetzt kaum Zeit gefunden hätten, mir einige Augenblicke zu ſchenken— wenn ich ſpät komme, wiederholte er mit beſonderer Be⸗ tonung, ſo will ich wünſchen, daß es nicht zu ſpät ſein möchte.

Ich weiß wirklich nicht, was Sie damit ſagen wollen, fragte ſie, ihn unbefangen anſehend, wozu ſollte es zu ſpät ſein? Zu den Tänzern habe ich Sie nicht gerechnet, ſonſt hätte ich jedenfalls einen Tanz für Sie aufgehoben—

Nicht dieſen leichten, ich möchte faſt ſagen frivolen Ton, unterbrach er ſie mit einer Miene, die eben ſo ernſt als traurig war, nicht dieſen Ton, er paßt nicht für Sie, glauben Sie mir das, er macht Sie ſogar unſchön.

Ich weiß wirklich nicht, womit ich ein ſo ſtrenges Ur⸗ theil verdient habe.

Es iſt kein ſtrenges Urtheil, was ich eben ausge⸗ ſprochen, erwiederte er, ihr mit einem eigenthümlichen Ausdrucke feſt in die Augen ſehend, ſo daß ſie genöthigt