ſoren und die meiſten Studenten ſich betheiligten. Dieſes
Stiftungsfeſt wollte Horſt noch mitmachen, er war es der
Univerſität und ſich ſelbſt ſchuldig, meinte er. 9
Er hatte Cäcilie faſt täglich geſehen, ohne die Kraft zu beſitzen, dieſem ſchmerzlichen Glücke zu entſagen— heute wollte er noch einmal, zum erſten und letzten Male, mit ihr tanzen und dann morgen in aller Frühe abreiſen. Seine eigenwillige Phantaſie beſchäftigte ſich unausgeſetzt mit dem Ausmalen dieſes verlockenden Bildes, und alle Mahnungen ſeines Verſtandes wurden verdrängt und be— ſeitigt von den hochgehenden Wogen ſeines Herzens. Es half ihm nichts, daß er es ſich klar machte, die Pflicht ge⸗ biete ihm, ſie zu meiden und die in ſeiner Seele immer friſcher aufwachſende Liebe zu ihr mit der Wurzel aus— zureißen, und wenn dies nicht möglich ſei, wenigſtens ſorgſam vor ihrem Blicke zu verbergen.— Warum ſoll ich ſie nicht noch einmal ſehen, fragte er ſich immer wieder, warum ihr nicht wenigſtens ſagen, daß ich für immer fort⸗ gehe, und Abſchied nehmen? Ich verlange ja nichts— ich will ja nichts— nichts, als ihr Glück. Iſt es denn ein ſo großes Unrecht, ihr dies zu ſagen, ihr, die vielleicht gar nicht mehr für mich empfindet, wie für jeden Anderen!— Du wirſt Dir den weiteren Inhalt ſeiner Gedanken und Reflerionen leicht ſelbſt denken können, ſchöne Leſerin, denn jeder Menſch hat in ähnlichen Kämpfen geſtanden, und es
gibt keinen, der aug en als vollſtändiger Sieger her⸗
* .


