angehören und der den Willen und die Macht hat, Sie den unwürdigen Banden zu entreißen, in welche Sie jetzt gefeſ⸗ ſelt ſind.
Reden Sie nicht ſo, reden Sie nicht ſo, ſagte ſie jetzt wirklich in ſichtlicher Beſorgniß— vergeſſen Sie dieſe Stunde— vergeſſen Sie meine Schwäche, ſchonen Sie mich, wir dürfen uns niemals wiederſehen.
Nein, Nettchen, rief er, nein, denn Sie fordern das Unmögliche von mir, Sie haben mir den Himmel gezeigt und wollen mich jetzt ſofort wieder daraus verſtoßen! Alles, was Sie verlangen, will ich thun, aber dieſe Bitte kann ich nicht erfüllen.
So gehen Sie denn jetzt, ſagte ſie voll Unruhe, bewei⸗ ſen Sie mir wenigſtens dadurch, daß Ihre Worte nicht leere Verſprechungen ſind— und daß Sie mich noch achten, ſetzte ſie leiſer hinzu.
Ich gehe, erwiederte er, ich gehe, weil Sie es wollen und um Ihnen den größten Beweis meiner Liebe zu geben.
Er ging. An der Thür wandte er ſich nochmals um und winkte ihr zärtlich zu, während ſie unbeweglich mit niedergeſchlagenen Augen da ſtand.
Erſt als er fort und ſein Tritt verhallt war, richtete ſie ſich auf und trat mit einem tiefen Athemzuge ans Fenſter. Er ging grüßend unten vorüber und ſie nickte ihm leiſe und wehmüthig zu. Dann trat ſie vor den Spiegel und ord⸗ nete ihr Haar.


