halb eilf und es ſieht noch gewaltig unordentlich aus. In einer Stunde werden wir wahrſcheinlich Beſuch erhalten,
und ich bin noch im tiefſten Negligé.
Man kann faſt nicht mehr fertig werden, eiferte die alte
Dienerin vor ſich hin, indem ſie die Taſſen fortnahm; ich wollte lieber ganz allein ſein, als mit dieſem dummen Töl— pel zuſammen, der doch Alles verkehrt macht.
Mein Gott, er thut, was er kann, und hat den beſten Willen; man muß von Niemandem mehr verlangen, als wozu er befähigt iſt; außerdem iſt mein Mann mit ihm zufrieden, und das bleibt die Hauptſache.
Warum er ſich gerade aus dem ganzen Regimente dieſen
Nun laß das endlich, unterbrach Nettchen; wenn du hier fertig biſt, komm und hilf mir beim Anziehen.
Nettchen ging mit dieſen Worten in das Nebenzimmer, ſetzte ſich vor den Spiegel und begann, ihre ſchönen, lan⸗ gen, dunkeln Haare zu ordnen. Zu ihrem Lobe müſſen wir berichten, daß ſie auf ihren Anzug nur eine verhält⸗ nißmäßig kurze Zeit verwandte und der alten Margareth Hül fsleiſtungen dabei von ſehr unweſentlicher Art waren; denn ſchon nach einer Viertel lſtunde trat ſie wieder vollſtän⸗ dig angezogen in das Wohnzimmer. Ihr Anzug war durchaus einfach, aber ſie ſah deſſen ungeachtet ſehr vor— theilhaft darin aus, denn ſie gehörte zu denjenigen Frauen, welche auch im gewöhnlichen Hauskleide hübſch und reizend


