Wo ſollen ſie's auch her haben, bemerkte ein ſchon alternder Rittmeiſter mit einem auffällig langen, blonden Schnurrbarte, an welchem er unaufhörlich herumdrehte— eine dreijährige Dienſtzeit für die Cavallerie! Es ſoll mich wundern, wie lange man noch nöthig haben wird, um einzuſehen, daß dies ein Unſinn iſt.
Ach, darin liegt es weniger, entgegnete ein Ober⸗ Lieutenant, indem er ſein Glas wieder voll ſchenkte; wenn man uns nicht ſo viel mit dummem und nutzloſem Zeuge abquälte, mit Parademärſchen und all den übrigen Placke⸗ reien, wenn man mehr im Regiment erercirte und tüchtig Felddienſt übte, dann würden die Kerle auch ordentliche Attaquen machen— jedes Ding will geübt ſein, und im Kriege iſt doch Alles anders!
Anders allerdings, erwiederte der Rittmeiſter mit wichtigem Tone, aber wie es iſt, das haben Sie doch noch nicht erfahren und ſprechen wie der Blinde von der Farbe. Im Kriege iſt nur der Cavalleriſt etwas werth, der wirklich als ein Cavalleriſt ausgebildet iſt, der mit ſeinem Pferde vertraut geworden und damit umgehen kann. Was nützen mir dieſe Bauernbengel, die wie die Säcke auf den Pferden hangen und bei jedem kleinen Uebungsmarſche die Thiere drücken! Vorgeſtern drei Meilen mit Sack und Pack geritten, und zwölf gedrückte Pferde bei der Escadron! Es iſt geradezu nicht mehr auszuhalten— ich habe die Kerle ſämmtlich in Arreſt geſchickt.


