Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
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Aber Margot lag ſchon in ihren Armen und ſie hiel⸗ ten ſich längere Zeit innig umſchlungen.

Die Wagen ſind vorgefahren, meldete Lucie, und während Margot mit niedergeſchlagenen Augen an der Hand Hedwig's das Zimmer verließ, ſtand Walther vor ihr, und das arme Kleid hatte eine neue und längere Probe zu beſtehen.

Sie fuhren ab; Margot und Walther allein in Weh⸗ ring's zurückgeſchlagenem beſten Wagen durch die dichte Menge der Dorfbewohner, welche das junge Paar jubelnd begrüßten. Dann wurde es ſtiller, als ſie auf dem bekann⸗ ten Wege hinrollten, den ſie ſo oft gefahren war, zum letzten Male mit ſo unendlich traurigen und ſchmerz⸗ lichen Gefühlen. Jetzt ſaß ſie an ſeiner Seite, den ſie damals für immer verloren wähnte um ihm für das ganze Leben anzugehören, nie mehr von ihm zu ſcheiden.

Die Berge der Fichtenau tauchten auf, die bekannten, ihr ſo theuren heimathlichen Höhen; ſie ſah das Alles wieder, wonach ſie ſich in ſo vielen bangen und einſamen Stunden geſehnt hatte ihre Blicke hafteten daran, aber ſie vermochte ſie dennoch nicht zu ſehen, denn ihre Augen waren von Thränen verſchleiert und die Bilder verſchwammen in dem Entzücken ihres überſtrömenden Gefühls.

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