Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
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Gedanke, daß ſie dann ganz ihm angehören werde, ihm, deſſen Hand in dieſem Augenblicke die ihrige zärtlich drückte, durchbebte mit magiſcher Gewalt ihre Seele. Iſt Alles noch drüben wie ſonſt, hat ſich nichts geän⸗ dert? fragte ſie ſchüchtern.

Noch Alles wie ſonſt, auch dein Zimmer, mein Kind, nur haben wir die anſtoßenden damit in Verbindung ge⸗ ſetzt, weil ihr euch vorläufig, bis das neue Haus fertig ſein wird, mit dieſer beſchränkten Wohnung behelfen müßt.

Sie erröthete von Neuem und noch mehr als zuvor, da ſie an dem wiederholten und längeren Drucke von Walther's Hand erkannte, daß er dieſe Worte gehört hatte. Es war ihr eine Erleichterung, daß der Apotheker ſich jetzt erhob und mit ſeiner klaren Stimme die Geſundheit des Brautpaares ausbrachte. Sie ließ ſich küſſen und umar⸗ men von allen denen, welche ihr Herz liebte, von ihrem Vater, von Ravul, von Hedwig, von Wehring und ſeiner Frau, von Walthers Mutter und dann zuletzt auch von ihm ſelbſt, zum erſten Male vor ſo vielen Menſchen— ſie mußte es über ſichzergehen laſſen und hatte nicht einmal die Befähigung, die Thränen zu verbergen, mit denen ſich ihre Angen erfüllten.

Der folgende Tag verging in ſteter, aber freudiger Un⸗ ruhe. Walther kam, wurde aber längere Zeit nicht vor⸗ gelaſſen, weil Margot auf Hedwig's ausdrückliches Ver⸗

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