Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
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zärtlichen Blicke auf Raoul, der Wunſch eines bewährten Freundes— er wird uns Glück bringen.

Man reichte und drückte ſich gegenſeitig die Hände, Hedwig mit einer faſt ſtürmiſchen Empfindung, während Walther ſich immer noch unter dem Eindrucke dieſes eben ſo räthſelhaften als unerwarteten Ereigniſſes befand.

Haben Sie Sich in Petersburg vermählt? fragte er dann— entſchuldigen Sie meine Frage, denn ich be⸗ finde mich ja ſeit zehn Monaten in völliger Unkenntniß über Ihr Ergehen.

O, nicht doch, erwiederte Hedwig mit dem ſichtbaren Bemühen, den Ernſt des Augenblickes zu zerſtören, wo denken Sie hin? Ein ſo nahe gelegener Ort genügte uns nicht, weit, weit, an der Gränze Aſiens mußte ich dieſen Mann finden. Wir mußten beide erſt die weite Reiſe dahin machen, ſo ſtand es im Buche des Schickſals ge⸗ ſchrieben. Blicken Sie mich nicht ſo ungläubig an, Herr Rohneck, ich ſpreche die volle Wahrheit— ich weiß nicht, ob Sie jemals von einem Schloſſe an der Wolga gehört haben, welches den ſüdlichen Namen Balagna führt, es liegt nur einige Stunden von Nowgorod ent⸗ fernt, dort, dort hat ſich das große Ereigniß zugetragen.

So weit ſind Sie in das Innere von Rußland ge⸗ kommen?

O, wir haben den ganzen Krieg mitgemacht, alle