Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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dir das Scheiden nicht erſchwere— ach, ich weiß ſelbſt nicht mehr, was ich rede— es iſt do ch hin mit meiner Kraft, hin mit meinem Vorſatze, den ich ſo oft und ſo feſt gefaßt— vergib mir, vergib mir, denn der Gedanke, dich wieder zu verlieren, iſt tauſendmal ſchrecklicher, als der Tod!

Und glaubſt du, daß ich anders empfinde? Glaubſt du, daß ich dich weniger liebe, daß ich nicht weit lieber ſterben, als fortan ohne dich leben würde?

Und doch— doch müſſen wir für jetzt ſcheiden!

Müſſen wir? fragte ſie mit einem plötzlichen Auf⸗ ſchwunge ihrer Kraft und dem gewaltſamen Entſchluſſe, nicht mehr zu zaudern und zu zögern.

Sagteſt du nicht, daß ich fort müßte?

Du kannſt nicht bleiben, Raoul— es iſt unmöglich, es iſt ganz unmöglich, ſprach ſie immer leiſer und in ab⸗ gebrochenen Sätzen, tief erröthend und mit niedergeſchla⸗ genen Augen, weiter— man würde dich entdecken— würde dich tödten— wir wären verloren— verloren für immer— deßhalb— deßhalb müſſen wir fort.

Wirk? rief er mit einem Entzücken, welches deutlich bekundete, wie wenig ſeine ſo mühe⸗ und qualvoll er⸗ rungenen Vorſätze gegen die Verwirklichung eines ſolchen Glückes Stand zu halten vermochten— du ſagteſt wir,